Geschichte

Versetzen wir uns gemeinsam in das Jahr 1945. Am 08.Mai 1945 ging mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands der zweite Weltkrieg mit über 55 Millionen Toten in Europa zu Ende, ein bitteres Kapitel deutscher Geschichte. Städte und Dörfer lagen in Schutt und Asche. Flüchtlinge und Vertriebene suchten eine neue Heimat. Unsere Wirtschaft, unser Ansehen, ja selbst unser kulturelles Gut waren auf den Nullpunkt gesunken. Es wurde um das nackte Überleben gekämpft. Die Teilung Deutschlands wurde vollzogen. Damals konnte sich niemand vorstellen, wie es nun weitergehen soll. An eine politische Betätigung oder gar an ein offenes Bekenntnis wagte man kaum zu denken; Macht und Ende des Nationalsozialismus hinterließen Resignation und Mutlosigkeit! Und doch fanden sich schon damals in unserem Freistaat Bayern Frauen und Männer, die eine neue Partei mit christlichen, sozialen und demokratischen Grundsätzen aufgebaut haben:

Die CHRISTLICHE-SOZIALE UNION.

In unserer Gemeinde Rottendorf waren es elf mutige Männer, die im Dezember 1945 den Ortsverband Rottendorf gegründet haben; dies war im Landkreis Würzburg der erste CSU-Ortsverband! Manche Quellen besagen, der erste CSU-Ortsverband im Bezirk Unterfranken!

Bei der Mitgliederkartei fällt auf, dass zu Beginn zwei Geistliche Mitglied in der CSU waren und zwar, Pfarrer Josef Balling und Geistl. Rat Carl Schnabel. Das lag wohl zum einen daran, dass das „C“ nach dem Zusammenbruch und dem großen Leid eine bessere Zukunft versprach und zum anderen, dass am 07.11.45 der erste Kreisvorsitzende von Würzburg Stadt und Land, Dr. Kaspar Dürr, die Geistlichkeit um Unterstützung für die neue überkonfessionelle Partei bat. Immerhin hatte der CSU-Ortsverband bereits im Januar 1946 42 Mitglieder. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u.a. Alfons Störkle, Johann Schiefer und Richard Och.

Der Ortsverband der CSU hat in den letzten Jahrzehnten bereits traditionelle Veranstaltungen und Aktionen eingeführt. Seit über 30 Jahren findet der Politische Aschermittwoch im Weiler Rothof mit hochkarätigen Politikern und Abgeordneten von Europa, Bund und Land statt. Monatliche Bürgersprechstunden wurden eingeführt. Politische Frühschoppen, Klausurtagungen, gemeinsame Mitgliederversammlungen von CSU, JU, FU und Fraktion, Betriebsbesuche bei ortsansässigen Firmen, Gespräche mit Vereinen, Ortsteilbegehungen, Planwagenfahrten als Exkursion, Oktoberfest im Marienheim und im Bierkeller und über 15 Jahre den Faschingsabend der Kohleschipper sind Veranstaltungen, die zum Teil noch sehr aktuell sind.

Die Junge Union, die 1972 gegründet wurde, hat durch gesellige Veranstaltungen zu Beginn ihrer Gründung zur teilweisen Finanzierung der Gestaltung und den Neubau von Kinderspielplätzen beigetragen. Das jährliche Ferienprogramm der Gemeinde geht auf einen Antrag der JU aus dem Jahre 1980 zurück. Weitere Anträge der JU folgten zur Aufstellung von Containern für Müll- und Gartenabfälle, Einrichtung eines Grillplatzes auf dem Weiler Rothof, den Bau von Tennisplätzen (1977) usw. Die Hobby-Künstler-Ausstellung, besonders für Rottendorfer, war immer ein großer Erfolg. Jahrelang übernahm die JU die Patenschaft für ein Kind aus der Dritten Welt.

Die Frauen-Union wurde im September 1978 gegründet. Es war der zweite Ortsverband im Landkreis. Im vorpolitischen Raum leistet die FU eine sehr wertvolle Arbeit. Über ein Jahrzehnt war der Fränkische Familienabend die Attraktion. Über 30 Jahre findet jährlich am 15.August im Rahmen des Ferienprogrammes der Gemeinde der Familienausflug für die ganze Familie, vor allen für die Daheimgebliebenen, statt. Weiter werden von der FU gemütliche Veranstaltungen angeboten, wie Weinproben, Bierseminare, Nachtwächterführung usw.

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