39. Politischer Aschermittwoch in Rothof

Tierische Veranstaltung mit Überraschungsgast

 

Bei dieser Traditionsveranstaltung des CSU Ortsverbandes Rottendorf war einiges los.

Nach dem Gedenkgottesdienst für die verstorbenen CSU Mitglieder in der Kirche Rothof konnte der Ortsvorsitzende Robert Geulich rund 80 Besucher in der atmosphärischen Scheune des Gasthauses Englert in Rothof begrüßen.

Gastredner war der Abgeordnete im Bayerischen Landtag Oliver Jörg.

Er ist nicht nur der Stimmkreisabgeordnete der Stadt Würzburg, sondern seit der Stimmkreisreform 2013 auch der Stimmkreisabgeordnete für Gerbrunner und Rottendorfer Wahlberechtigte.

Die ausgesuchten Themen lauteten: Hamster, Schweine, Bahnhof und Straßenausbaubeiträge.

Oliver Jörg konnte nach dem Bericht des 1. Bürgermeisters Roland Schmitt ausführlich über die tierischen Probleme im neuen Baugebiet „Sand West“ referieren.

Er wies auf die mit der Regierung von Unterfranken angedachte Lösung der Hamsterproblematik hin.

Die Gemeinde wird wohl einige Hektar Ackerland zu Hamsterland umwandeln, um dem Tierschutz gerecht zu werden und dem Hamster eine neue Heimat zu schenken.

Dabei müsse auf den Verbund der Flächen geachtet werden.

Schwieriger ist die Situation mit der heranziehenden Schweinepest. Seit 10 Jahren grassiert die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Rußland und wird dort nicht in den Griff gebracht. Mittlerweile hat sich diese für den Menschen ungefährliche, aber für Schweine tödliche Krankheit bis vor die Tore Bayerns ausgebreitet.

Bei einem Ausbruch in unserem Land müssen auf den betroffenen Landwirtschaftsbetrieben alle Schweine gekeult werden. Wirtschaftlich fast noch schlimmer ist die Situation der Betriebe, die in Sperrbezirken (15 km Radius um Ausbruchsörtlichkeit) beheimatet sind. Bricht die ASP in einem Hausschweinebestand aus, werden entsprechende Restriktionsgebiete mit Verbringungsverboten ausgewiesen. Wenn es zu keinen Folgeausbrüchen kommt, erlischt der Ausbruch frühestens nach 50 Tage. In dieser Zeit sind kein Transport und keine Vermarktung der Tiere möglich.

Das heißt sie bleiben auf den Betrieben bis die Sperrzone wieder aufgehoben wird. Dort wird es dann eng und schwierig und es fehlen die Einnahmen. Eine echte Gefahr auch für die in Rothof angesiedelten schweinhaltenden Betriebe. Die Information von Oliver Jörg, dass das Kabinett 1,5 Mio. € Soforthilfe bereitgestellt hat, fand bei den Zuhörern wenig Begeisterung. Hier geht es bundesweit um mögliche Schäden in Milliardenhöhe. Eine Einschleppung der ASP durch Wildschweine und Menschen ist unbedingt zu verhindern.

Die Erfolge beim barrierefreien Bahnhof in Rottendorf gehen vor allem auf den unermüdlichen Einsatz von Peter Patalong zurück. Oliver Jörg hat sich ausdrücklich bei ihm bedankt mit dem Hinweis, dass es wohl ohne ihn zu keiner Einigung von Land, Gemeinde und Bahn gekommen wäre.

Bei den Straßenausbaubeträgen hat sich Oliver Jörg sehr über die unfaire Vorgehensweise der Freien Wähler im Bayerischen Landtag beschwert.

Obwohl vor 9 Monaten erst die Straßenausbaubeiträge gemeinsam neu formuliert wurden, mit der Absprache sich in einem Jahr neu zu beraten, setzen die Freien Wähler die Staatsregierung mit einem Bürgerbegehren unter Druck.

Die Beiträge sollen abgeschafft werden, aber wie diese Lücken bei den Kommunen geschlossen werden können, ist völlig offen. Auch die Ungerechtigkeiten, die entstehen, wenn plötzlich nichts mehr verlangt wird, während bisher die Anlieger immer zur Kasse gebeten wurden, bleiben ungelöst.

Aber alle Anlieger wurden ja gar nicht zur Kasse gebeten. Während die Regierung von Unterfranken immer darauf gedrängt hat, Straßenausbaubeiträge von den Gemeinden einfordern zu lassen, hat z. B. Niederbayern in nur 37 % der Gemeinden Beträge erhoben. In Unterfranken waren es bisher 98 % der Kommunen.

Sehr freudig überrascht war die CSU Rottendorf über die Anwesenheit der Sozialreferentin der Stadt Würzburg Frau Dr. Hülya Düber. Aufmerksam und unaufdringlich folgte sie den Vorträgen und der regen Diskussion.

Erst als ein Gast sie gebeten hat sich auch einmal vorzustellen, ergriff sie das Wort und hat die Gründe für ihre Kandidatur für den Bezirkstag bei der Wahl im Oktober 2018 dargelegt. Genauso wie beim Landtagsabgeordneten Oliver Jörg ist Frau Dr. Düber für den Bezirkstag die Direktkandidatin der CSU für die Stadt Würzburg, Gerbrunn und Rottendorf. Sie hat ihre Fähigkeit und auch ihre Begeisterung für dieses Amt klar demonstriert.

Als Abschiedsgeschenk für den Gastredner Oliver Jörg hat es original Rothofer Produkte wie Zwetschgenwasser, Wurst in Gläsern und Honig und einen Kalender mit handgemalten Motiven aus Rottendorf gegeben.

Mit den besten Wünschen für die Wahl beider Kandidaten im Oktober hat der Ortvorsitzende den Politischen Aschermittwoch geschlossen.
Von links: MdL Oliver Jörg, Dr. Hülya Düber, Ortsvorsitzender Robert Geu-lich, 1. Bürgermeister Roland Schmitt, Ehrenvorsitzender Peter Patalong

Am 24. Februar 2018, veröffentlicht in: Berichte von
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